Bergmännisches Gewerbe

Schlag, Schlag, Schlag… regelmäßiges Schlagen mit einem Spitzhammer haben viele Jahre Mal für Mal die Stille der Salzmine „Wieliczka” unterbrochen. Ein HAUER hat damit und auf diese Weise die Salzlagerstätte abgebaut. Die Arbeitsstelle hat für ihn früher ein OFENER vorbereitet, indem er einen Ofen, also eine Aufschlußstrecke, ausgegraben und das Werk vorbereitet hat. Der HAUER verkaufte sein Abbaugut dem SALZGRAF, dem Verwalter der Salzmine. Bei der Förderung wurde er oft von einem BRECHER begleitet, der große Salzblöcke in kleine Bruchstücke zerkleinerte sowie einem FROSCHMANN, der noch die übriggebliebenen Steinsalzstücke aus der abgebauten Kammer förderte.

Kopalnia Soli "Wieliczka"

Kopalnia Soli "Wieliczka" - Wie wurden die Steinsalzbrüche zu Tage gefördert? Zuerst mussten sie zum Schacht geschleppt werden. Ein WALZENER rollte zylindrische Salzblöcke durch die langen Korridore, ein WAGENSCHLEPPER schleppte die Wagen mit kleineren Klumpen. Eine wichtige Rolle spielte auch der HASPELKNECHT, der an einer manuellen Haspel zum Aufwickeln eines Seiles stand und ein TREIBER, der die unter Tage arbeitenden Pferde pflegte. Ein FÄSSLER legte das Abbaugut ins Fass hinein und übergab es acht oder zehn ROTNEN. Die Männer förderten dieses mittels Göpelwerken und mit der Kraft ihrer Muskeln über Tage. Auf das Fass wartete am Schachtmund ein SCHACHTER.

Ihre Arbeit konnte nicht flott durchgeführt werden, wenn in der Salzmine keine SCHREINER tätig wurden, die Verschalungen der Schächte, Stollen, Kasten und Orgel in Kammern errichteten. Sie bauten und stellten unterirdische Göpelwerke, Leiter, Kreuze und Waggons zur Förderung des Abbaugutes auf. Die Richtung der Exploration der Salzlagerstätte haben  VERMESSER bestimmt, auch MARKSCHEIDER oder ARCHITECTORS genannt.  Heute führen ihre Arbeiten VERMESSUNGSINGENIEURE durch, unterirdische Landmesser. In der Salzmine sind auch Bergbau-GEOLOGEN tätig. Die Luft zum Atmen bei der schweren Arbeit verdanken die Bergleute dem LÜFTUNGSINGENIEUR. Heute werden alle mit dem Aufzug von einem SIGNALISTEN/MASCHINISTEN hinab- und hinauftransportiert, er gibt das bergmännische Signal vor jeder Abfahrt hinab oder hinauf.

Die Arbeit des bergmännischen Organismus wird von seinem Kopf also der AUFSICHT überwacht. Ihre Aufgaben sind u.a.: Management über die Arbeit, Prüfung der Sicherheit und des technischen Zustandes der Salzmine. Die HÖHERE AUFSICHT setzt sich aus dem Direktor des Betriebes, Oberingenieuren, Abteilungsleitern und Obersteigern zusammen. Sie überweisen ihre Aufträge an die MITTLERE AUFSICHT, also an Steiger, Sektionsleiter und Schichtenleiter. Noch niedriger gibt es noch die NIEDRIGERE AUFSICHT – Steigerhelfer und Oberbergleute.

Ab dem Jahr 1368, als der König Kasimir der Große die Bergordnung  niederschreiben ließ, hat sich viel unter der Erdkruste verändert. So wie die anderen Berufe hat sich auch der Bergbau entwickelt und modernisiert, indem technische Neuigkeiten eingesetzt wurden. Es sind unter Tage neue Funktionen entstanden und einige sind auf natürliche Weise verschwunden. Eins ist aber bis heute klar: der Edelberuf des Bergmannes erfreut sich seit Jahren hoher Achtung und Vertrauen. Die Tradition dieses schweren Berufes wurde vom Vater zum Sohn durch die nächsten Generationen getragen. Die mühsame, alltägliche Arbeit prägte das Leben dieser Menschen. Dieser Beruf wurde zu einem echten Lebensstil.

 

 




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