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Geologie der Salzmine

Entdecken Sie die Einzigartigkeit der Lagerstätte von Wieliczka, die Geschichte ihrer Entstehung und die verschiedenen Arten von Salz, die tief unter der Erde verborgen liegen.

Entstehung der Lagerstätte

Stellen Sie sich vor, dass der Spiegel der Ozeane viel höher liegt als heute und der Großteil Europas sich unter der Wasseroberfläche befindet. Entlang des heutigen Karpatenbogens von Schlesien in Polen bis zum Eisernen Tor in Rumänien erstreckt sich ein miozänisches Meer. Aufgrund der Klimaerkältung senkt der Spiegel der Ozeane um ca. 60 m und im Graben des Karpatenvorlandes, zwischen den Karpaten und den Hochebenen Polens entsteht ein geschlossenes Becken mit sehr hohem Salzgehalt. Das Wasserreservoir greift sehr tief in den Landstreifen ein, bildet so schmale Buchten und Lagunen, durch orogenetische Bewegungen und Subsidenz kommt es ständig zur Senkung des Meeresbodens.

Unter diesen Bedingungen entstehen vor ca. 13,6 Millionen Jahren die Salzlagerstätten. Es kommt schrittweise zur Ausscheidung der Salzsedimente – zur Evaporation, die, bedingt durch das trockene Klima, von intensiver Verdampfung des Wassers begleitet wird.  Die zunehmende Evaporation mit der Subsidenz des Meeresbodens und der Erosion der Randbereiche des Beckens hatten zufolge, dass in das Becken mit dem Meereswasser größere Mengen von terrigenem Material kamen, die Folge war die Ablagerung von taubem Gestein im Bereich der Salzlagerstätte.

Die Salzsedimentation im Graben des Karpatenvorlandes dauerte vermutlich mindestens 200 000 Jahre. Die Lagerstätte, die dort entstanden, erstrecken sich auf einer Länge von 300 km und einer Breite von 100 km. Zu ihnen gehören auch die Lagerstätten von Wieliczka, die sich auf 10 km Länge erstrecken und von mehreren Hundert Metern bis 1,5 km breit sind.

Geologischer Aufbau

Die malerischen unterirdischen Landschaften der Salzmine von Wieliczka verdanken ihre Schönheit der Natur, die das Gestein zu besonders vielfaltigen und komplizierten Formen bildete. Interessanterweise hat die Salzlagerstätte von Wieliczka einen einzigartigen Aufbau, der nirgendwo sonst auf der Welt vorkommt. Woran liegt das?

Nach der Ablagerung des Steinsalzes kam es zu starken orogenetischen Bewegungen, die in der Entstehung der Karpaten mündeten. Die tektonische Aktivität der Karpaten führte zur Wellenbildung in den Salzschichten, ihrer Ablösung vom Boden und Verschiebung mindestens 10 km nach Norden. Die Folge war, dass die Salze nach oben bis zur Erdoberfläche verschoben wurden, was ihre frühe Entdeckung und Förderung möglich machte.

Wie ein riesiger Bulldozer, der die Gesteinsmassen verschiebt bildeten die Karpaten die Lagerstätte zu einer sehr untypischen Struktur. Die Grundeigenschaft der Lagerstätte von Wieliczka ist ihr zweiteiliger Aufbau. Sie besteht aus der oberen sedimentären Lagerstätte und der unteren Flözlagerstätte. 

Die sedimentäre Lagerstätte ist weltweit ein Unikat. Wie der Name schon sagt, besteht sie aus Steinsalzsedimenten, die unterschiedliche Größen aufweisen - von der Größe eines Basketballs bis hin zu riesigen Blöcken, deren Volumen bis zu 100 000 m3 umfasst. Nachdem die Bergleute unter die Erde durchgedrungen waren, gruben sie Stollen, mit denen sie nach den Salzbrocken suchten und als diese dann gefunden wurden, wurde das Salz herausgehauen und so entstanden die unterirdischen Kammern. Die schönsten Kammern der Salzmine sind auch jene, die in den Salzsedimenten gehauen wurden, eine von ihnen ist die Kapelle der hl. Kinga, die auf der Touristenroute besichtigt werden kann.

Die Flözlagerstätte, die den unteren Teil der Lagerstätte bildet, ist wellig und hat die Form von tektonischen Schuppen, die nach Süden fallen. Die Salzschichten, aus denen diese Teile der Lagerstätte bestehen, unterscheiden sich voneinander. Die kostbarste Schicht ist die sog. Sohle des Szybikersalzes, die seit dem ersten Jahrzehnt des 16. Jh. gefördert wird. Zu den schönsten Kammern in dieser Lagerstätte zählt Pieskowa Skała – die auf der Touristenroute besichtigt werden kann.

Eine interessante Erfahrung, die wir jedem Besucher der Salzmine „Wieliczka” empfehlen, ist der Vergleich der Stollen in der sedimentären und in der Flözlagerstätte. Der aufmerksame Besucher mit ein bisschen Unterstützung des Fremdenführers wird mit Sicherheit die Unterschiede bemerken und kann unterscheiden, welche Kammer in der sedimentären und welche in der Flözlagerstätte errichtet wurde.

Salzarten

Als Steinsalz wird umgangssprachlich Halit bezeichnet, d.h. das Mineral mit der chemischen Formel NaCl (Natriumchlorit). Es ist ein Gestein, das sich durch gute Spaltbarkeit, hohe Wärmeleitung und leichter Wasserlöslichkeit charakterisiert. Die reinsten Arten von Steinsalz sind transparent oder fast transparent. Doch Gesteine, die Tonstein enthalten werden grün und dieses Salz kommt am häufigsten in der Salzmine „Wieliczka” vor.

Erfahrene Bergleute und Fremdenführer sind in der Lage, auf den ersten Blick die einzelnen Salzarten zu erkennen, doch für Touristen kann dies durchaus schwierig sein. Deshalb stellen wir unten die interessantesten und wichtigsten Salzarten von Wieliczka vor:

  • das typische Grünsalz – die häufigste Salzart, die in der sedimentären Lagerstätte vorkommt. Ihre charakteristische grüne Farbe verdankt sie den Tonpigmenten. Der Gehalt an Natriumchlorid liegt in dieser Salzart bei 93-98%.

  • Das grüne „Mosaiksalz” – gehört zu sedimentärer Lagerstätte, ist jedoch nicht so weit verbreitet wie das typische Grünsalz Der Gehalt an Natriumchlorid liegt in dieser Salzart bei ca. 30-80%, meistens bei ca. 50%. Früher war es wegen der vielen Zusatzstoffen zum Verzehr nicht geeignet und wurde nicht gefördert. Der Name dieses Gesteins bezieht sich auf die Ähnlichkeit mit einem Bleifenster, in dem die einzelnen „Glassteine” aus Salz bestehen, die durch die Feuchtigkeit in der Luft aufgelöst wird, während der „Rahmen” aus Tonstein und Anhydriten bestehen.

  • Das im 16. Jh. entdeckte Szybikersalz ist das kostbarste Steinsalz der sedimentären Lagerstätte. Der Gehalt an Natriumchlorid liegt in dieser Salzart sogar bei 99%. Es ist honigfarben. Wenn man es mit einem Hammer zerbröselt strömt es einen charakteristischen Bitumengeruch aus.

  • Das Spizasalz kommt in der sedimentären Lagerstätte in vielen Formen vor, wie das Augen-Spizasalz, das gestreifte, das laminierte oder das graue Spizasalz. Gemeinsam für sie alle ist die Beigabe an Sand, Schlamm und Tonstein. Eine Ausnahme bildet das „Adler- Spizasalz”, das sich durch außergewöhnliche Reinheit charakterisiert.

  • das „Adler- Spizasalz” – mit relativ wenig Beigemisch anderer Mineralien. In den alten Zeiten war es ausschließlich für die königliche Tafel vorbehalten. Sein Name bezieht sich auf das Wappen des Königreiches Polen. Mit dem Adlerzeichen wurden die Fässer markiert, bevor sie an den königlichen Hof kamen.
  • das „Knallsalz” – ist eine sehr seltene Art des Spizasalzes. Zwischen seinen Kristallen befindet sich Erdgas. Wenn man es mit dem Hammer zerhaut, zerfällt es in kleine Stücke, was von einem dumpfen Knallgeräusch begleitet wird. Ein ähnliches Geräusch entsteht, wenn man es im Wasser löst.

Rekristallisierte Salzarten

Ein besonders malerisches Element der unterirdischen Landschaft bilden die rekristallisierten Salze. Verschiedene Formen dieser Salzarten können die Besucher entlang ihrer Besichtigungsroute bewundern. Bemerkenswert ist dabei, dass sie jünger sind als das Steinsalz in der Lagerstätte von Wieliczka, einige entstanden dabei in geologischen Zeiten, also vor Millionen oder mehreren Hunderttausend Jahren, andere wiederum entstehen heute noch. 

Die Rekristallisation von Salz steht immer mit den Sole-Durchsickerungen in Verbindung. Je nach Bedingungen und Stelle der Durchsickerung kann sie unterschiedliche Formen annehmen.

Am häufigsten anzutreffen sind die sog. „Salz-Blumenkohle” – schwammartige Salzauswüchse, die überwiegend am Dach oder am Stoß der Strecke oder der Kammer entstehen. Eine andere Form sind Stalaktiten, die man an der Decke der Stollen sehen kann. Seltener sind Stalagmiten und „Salzglasuren”, die nur an Stellen entstehen, wo die Solle besonders intensiv tropft. Wenn das Salz die Form von dünnen Röhrchen annimmt, spricht man von den „Salznudeln” oder von den silbernen „Haaren der hl. Kinga”. Dort, wo die fallenden Salzwassertropfen einen sog. Solenebel bilden, entstehen „Tannenbäume”, die aus nicht vollständig herausgebildeten Halitkristallen bestehen. „Salzauswüchse” entstehen in unterirdischen Seen und Salzwasserbecken.

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